|  Tagespflege Poppenbüttel TaP e.V.
Der Verein TaP Tagespflege Poppenbüttel ist hervorgegangen aus der Arbeit der Sozialstation Poppenbüttel. Gemeinsam mit verschiedenen ambulanten Versorgern ist es das Ziel der TaP den Bürgern und Bürgerinnen im Alstertal, den Walddörfern und angrenzenden Stadtteilen die Sicherheit zu geben, über die Wahl des Wohnortes und die Art der Betreuung im Falle der Krankheit und Pflegebedürftigkeit selbst bestimmen zu können. Dabei sollen die Familien gestärkt, der Einsamkeit des Einzelnen entgegengewirkt und die vorhandenen Fähig- und Fertigkeiten gefördert bzw. erhalten werden. Problemlage: Die Situation hilfs- und/oder pflegebedürftiger alter Menschen in der Bundesrepublik ist im hohem Maße von Armut, Einsam- und Hilflosigkeit gekennzeichnet. Während in anderen Ländern (z.B. bei unseren Nachbarn den Niederlanden, Schweden und Dänemark) eine Vielzahl von Möglichkeiten existieren den Lebensabend als Hilfs- und oder Pflegebedürftige/r selbstbestimmt und versorgt zu erleben, verzeichnen wir in Deutschland gerade erste Ansätze. Die Angebotspalette dort reicht von einer gut ausgebauten Versorgung über ausreichende Tagespflegestätten bis zu Wohnanlagen mit sozusagen fliegenden Betreuungsteams, die auf Notruf erscheinen. Großzügig geförderte Wohngemeinschaften für Alte und intensiv betreute Wohngemeinschaften für Demente runden das Bild ab. Heime werden teilweise abgeschafft (in Dänemark werden Heimneubauten nicht mehr genehmigt) oder sind von der Personalstruktur und der Ausstattung her nicht mit denen Deutschlands zu vergleichen, siehe Finnland. In Deutschland gibt es gegenwärtig nur die stationäre (Heim) und die ambulante (Sozialstationen) Versorgung als anerkannte Regeleinrichtungen. Ergänzende Angebote wie Tagespflege und Kurzzeitpflege sind nur im geringen Maße vorhanden. In den nächsten Jahren ist als spezifischer Ausdruck der Zunahme der alten Menschen eine Expansion dementieller Erkrankungen zu erwarten. Die Realität in Heimen und Familien zeigt dies ja bereits heute. In Hamburg sind ca. 40% der 15.100 Pflegeplätzen in Heimen mit Dementen belegt (Amt für Heime). Die Heime sind in ihrer gegenwärtigen Ausstattung nur bedingt in der Lage, dem Rechnung zu tragen. Allerdings werden noch 85% der Pflegefälle zu Hause betreut. Die häusliche Pflege, vor allem eines Dementen, ist oft eine 24- Stundenaufgabe, die in der Regel Töchtern, Schwiegertöchtern und Ehepartnern zufällt. Diese Menschen haben schon eine Familienphase abgeschlossen und werden nun erneut daran gehindert, eigene Lebensziele zu verwirklichen. Aufgrund der großen physischen und psychischen Belastung werden sie (insbesondere betagte Ehepartner) oft selbst zum Pflegefall. Die ambulante Versorgung greift hier z.Z. nur zu einem Bruchteil helfend ein (17% lt. Görres: Soziale Gerontologie). Die Alternative heißt also Überforderung der Familie oder Heimeinweisung. Alleinlebende Menschen die hilfs- und/oder pflegebedürftig werden, Schwierigkeiten haben ihren Alltag zu strukturieren und/oder vereinsamen bleibt oft nur die Übersiedlung ins Heim. Kommt es zu einem Umzug ins Heim, ist dies oft nicht gewollt. Die freie Entscheidung wäre aber eine wichtige Voraussetzung um den Heimschock zu vermeiden, der zu erheblichen Verschlechterungen, insbesondere der dementiellen Symptome führt (Kümmel: Altern und Demenz). Während die Überforderung des Angehörigen oft nicht wahr genommen wird, erscheint die Übersiedlung in ein Heim als eine Zwangsmanahme, als Abschiebung und Aufgabe vom eigenem Leben. Die hohe Suizidrate bei alten Menschen hat auch hier ihre Ursachen. Lösungsanstze Als Antwort auf die Situation entstand 1973 in Frankfurt nach niederländischem Muster die erste Tagespflege. In Hamburg gibt es bis heute elf teilstationäre Tagespflegeeinrichtungen, die alle intensiv genutzt werden und ausgelastet sind. Die Kooperation mit den ambulanten Diensten hat sich in vielerlei Hinsicht bewährt. Die gemeinsamen Ziele sind: Sicherung des Rechts auf freie Wahl des Wohnortes größtmögliche Selbständigkeit zu wahren oder wiederzuerlangen Krankenhausaufenthalte zu verkürzen oder zu vermeiden therapeutische Weiter- und Nachbehandlung sicherzustellen pflegende Angehörige zu entlasten Übersiedlung in ein Heim zu Verhindern, sofern dies möglich ist und dem Wunsche des Betroffenen entspricht Stärkung des Willens zur Rehabilitation
Die Tagespflege Poppenbüttel TaP e.V. Die TaP hat es ich zum Ziel gesetzt, allen alten Menschen bei körperlichen und/oder geistigen/ dementiellen Beeinträchtigungen in ihrer Einrichtung Hilfe, Betreuung und Förderung anzubieten sowohl vorbergehend als auch längerfristig. Gerade aber auch für Menschen mit körperlichen Erkrankungen soll die Möglichkeit der Versorgung und Rehabilitation geschaffen werden mit dem Ziel, ein eigenständiges Leben wieder aufnehmen zu können. Dabei ist beabsichtigt, verschiedene Gruppen zu bilden, die dem intellektuellen und physischen Bedürfnissen der Tagesgäste entsprechen. Die einzelnen Gruppen werden sich nicht starr gegenseitig abgrenzen, sondern sich in einzelnen Bereichen vermischen (z.B. beim Werken, der Gymnastik usw.). Die genaue Beobachtung und Prozessplanung durch alle Mitarbeiter aus ihrer jeweils fachlichen Sicht ist dabei vorausgesetzt. Die Stabilisierung des Status quo oder die Wiederherstellung erfordert eine kontinuierliche, auf den Einzelfall abgestimmte, Förderung und Abforderung der noch vorhandenen körperlichen und kognitiven Fähigkeiten der Adressaten. Eine Vernachlässigung bewirkt das Gegenteil (nach Klausing 1988). Ein intaktes empathisches, sicheres Umfeld hat einen eindeutig positiven Einfluss auf den Verlauf der Krankheit. Die Kontinuität der menschlichen Zuwendung durch vertraute Bezugpersonen, von denen sich der Kranke angenommen fühlt, ist wichtig (Dörner/ Plogg 1988). Insbesondere aber bei dementen Tagesgästen kann von einer Wiederherstellung nicht gesprochen werden, das Ziel muss die Statuserhaltung sein. Die Tagespflege Poppenbüttel TaP e.V. bietet personell und räumlich die Voraussetzungen für die erforderlichen therapeutischen Maßnahmen durch examiniertes Fachpersonal und behindertengerechte Aufenthalts- und Therapieräume sowie Sanitäreinrichtungen. Ergotherapie: Hierbei soll versucht werden, verbliebene trainierbare Reserven im Bereich von Konzentration, Initiative und Spontanität zu mobilisieren. symptomorientierte Therapie: Sie sollen die Fähigkeiten des Sprechens, Greifens, Fühlens, Zuordnens und Erkennens aktivieren. Bewegungstherapie / Gymnastik: Durch kontinuierliche und aufeinander aufbauende Bewegungsübungen mit und ohne Hilfsmittel (Ball, Reifen, etc.) werden die Beweglichkeit der Gelenke und Muskeln trainiert und der Kreislauf stabilisiert. Darber hinaus wächst die Fähigkeit zur Konzentration. Beschäftigungs- / Kunsttherapie: Die Angebote im handwerklichen Bereich fördern unter anderem Konzentration und Koordination von Bewegungsabläufen sowie die sinnliche Wahrnehmung. Das Anfertigen von künstlerischen Objekten in Gruppen begünstigt das Selbstbewusstsein und ermittelt Erfolgserlebnisse. Musiktherapie: Durch Lieder, Tänze und Musizieren mit diversen Instrumenten und Hören von Musik werden das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und Erinnerungen und Gefühle geweckt. medizinische Versorgung / Behandlungspflege: In enger Zusammenarbeit mit Haus- und Fachärzten und unter Berücksichtigung der AEDLs nach Monika Krowinkel wird ein Behandlungs- und Pflegeplan erstellt. Die medizinische Versorgung ist entsprechend dieses Planes durch examinierte Fachkräfte gesichert und der Pflegeprozess wird dokumentiert. Das Ziel ist Rehabilitation bzw. Statuserhaltung. Krankengymnastik / Logopdie: Beide Therapien werden durch externe Fachkräfte, die in die Tagespflege kommen, eigenverantwortlich angeboten. Die Therapien sollen sich an dem orientieren, was der Betroffene früher gerne getan hat. Sie müssen als sinnvoll empfunden, also individuell gestaltet werden. Dazu ist es notwendig, in mehreren Gruppen Therapien unterschiedlicher Anforderungsgrade anzubieten. Hierbei sind auch immer die Tagesgäste ohne dementielle Symptome mit ihren Bedürfnissen eigenständig zu berücksichtigen. Auch für sie gibt es Gruppenangebote. Um die Arbeit in Kleingruppen durchführen zu können, ist eine relativ hohe Platzzahl in der Tagespflege erforderlich. In Absprache mit der BAGS werden 60 Tagesplätze angeboten. Das Angebot kann zwischen ein und sieben Tagen pro Woche in Anspruch genommen werden. Die räumliche Ausstattung: 900 qm behindertengerechte, ebenerdige Räume mit groszügiger Küche und Sanitärausstattung, sowie verschiedenen Funktionsräumen (Werken, Tanzen, Musik und Beschäftigungstherapie). Möglicher Tagesablauf in der TaP: ab 07:00 Uhr Anfahrt ab 09:30 Uhr gemeinsames Frühstck 10:00 Uhr Kleingruppen/ Therapien, individuelle Pflegemaßnahmen 12:00 Uhr Mittagessen 12:30 Uhr Mittagspause (Pausenregelung fr Mitarbeiter, Besprechungen) 13:45 Uhr Spiele, Spaziergnge, Gymnastik, individuelle Hilfen (Arztbesuche, Krankengymnastik) 15:00 Uhr Kaffeetrinken ab 15:30 Uhr Abfahrt
Menschenbild der TaP: In der Tagespflege sprechen wir von Gästen, nicht von Patienten. Wir betrachten die Nutzer der Tagespflege Poppenbüttel als Gäste des Hauses. Wir sind bemüht, uns in die Gedanken- und Vorstellungswelt des jeweiligen Gastes einzufühlen, um seinen Wünschen und Bedürfnissen so weit wie möglich gerecht zu werden. Der Umgang mit ihnen ist geprägt durch Empathie und Respekt vor ihrer/seiner Lebensgeschichte.
Umgang unter den Mitarbeitern der TaP: | |